Leadfeeder ist auf die Identifikation von Unternehmen spezialisiert, die eine Website besuchen. Das Produkt zeigt, welche Firmen Interesse erkennen lassen, welche Seiten sie aufrufen und wie sich diese Signale für Vertrieb und Marketing priorisieren lassen. Seit der erneuten Markenbündelung unter Leadfeeder umfasst das Angebot darüber hinaus Funktionen aus dem früheren Dealfront-Portfolio für Zielmarktrecherche, Daten, Signale und Aktivierung.
Leadbase (leadbase.io) beginnt nicht beim vorhandenen Website-Traffic, sondern beim gesamten adressierbaren Markt. Die Plattform findet Unternehmen nach einer Zielgruppenbeschreibung, prüft frei definierbare Kriterien und ergänzt die passenden Entscheider. Damit sind Leadfeeder und Leadbase keine vollständig austauschbaren Werkzeuge: Sie erfassen unterschiedliche Abschnitte des Marktes.
Kurzantwort: Leadfeeder ist die stärkere Wahl, wenn Unternehmen auf der eigenen Website identifiziert und ihr Verhalten als Kaufsignal genutzt werden soll. Leadbase ist die stärkere Alternative, wenn der gesamte relevante DACH-Markt proaktiv gefunden, nach eigenen Kriterien qualifiziert und mit erreichbaren Ansprechpartnern angereichert werden soll.
Website-Intent und Markt-Discovery sind zwei verschiedene Aufgaben
Leadfeeder beantwortet: „Welche Unternehmen waren bereits auf unserer Website und was hat sie interessiert?“ Leadbase beantwortet: „Welche Unternehmen passen zu unserem Angebot, auch wenn sie unsere Website noch nie besucht haben?“
| Vergleichspunkt | Leadfeeder | Leadbase |
|---|---|---|
| Ausgangssignal | Besuch auf der eigenen Website | Beschreibung des Zielmarkts |
| Marktabdeckung | Unternehmen mit erfasstem Website-Kontakt plus weitere Suite-Daten | Proaktive Suche im relevanten Unternehmensmarkt |
| Qualifikation | Besuchsverhalten, Feeds, Filter und Signale | Semantische Eignung und frei definierbare Research-Kriterien |
| Personenkontakt | Firmendetails und je nach Paket Kontaktanreicherung | Entscheider-Anreicherung nach Account-Qualifikation |
| Aktualität | Laufende Website-Aktivität und vordefinierte Signale | Wiederholte Prüfung individuell definierter Veränderungen |
| Typischer Einsatz | Inbound, ABM, Website-Intent und Account-Priorisierung | Outbound-Marktaufbau, Research und CRM-Anreicherung |
Was Leadfeeder besonders gut kann
Leadfeeders Kerndisziplin ist die Zuordnung von Website-Besuchen zu Unternehmen. Nutzer können nachvollziehen, welche Seiten besucht wurden, wie lange ein Unternehmen aktiv war und welche Kampagnen oder Inhalte mit dem Besuch zusammenhängen. Custom Feeds filtern Besuche etwa nach Standort, Branche oder aufgerufener URL.
Das ist für mehrere Fälle wertvoll:
- ein Zielaccount besucht wiederholt Preis- oder Produktseiten,
- ein Bestandskunde recherchiert ein zusätzliches Angebot,
- eine Kampagne erzeugt Besuche aus relevanten Firmen,
- Marketing möchte Formulare um firmografische Signale ergänzen,
- Vertrieb priorisiert Accounts mit aktuellem Interesse.
Leadfeeder kann damit ein starkes Intent-Signal liefern. Die Plattform kennt aber nur den Teil des Marktes, der durch ihre Datenbasis oder durch einen erfassten Kontaktpunkt sichtbar wird. Viele passende Unternehmen besuchen eine Website erst, nachdem der Vertrieb sie angesprochen hat.
Leadbase erschließt den Markt vor dem Website-Besuch
Leadbase macht den Website-Besuch nicht zur Voraussetzung. Ein Nutzer beschreibt den gewünschten Markt und ergänzt die Kriterien, die einen Account wirklich relevant machen.
Beispiel:
Finde deutsche Logistikunternehmen mit mindestens drei Depots, eigener Fahrzeugflotte, aktuell offenen Disponenten-Stellen und einer neuen Niederlassung in den vergangenen zwölf Monaten.
Branche und Standort sind klassische Datenfelder. Depotstruktur, eigene Flotte, aktuelle Stellen und Niederlassungseröffnung erfordern zusätzliche Recherche. Leadbase kann diese Merkmale als einzelne Spalten mit Quellen prüfen und die Liste danach filtern.
So entsteht ein proaktiver Marktüberblick. Leadfeeder kann anschließend ergänzend zeigen, welche dieser Accounts bereits die Website besuchen. In vielen Unternehmen sind die Werkzeuge deshalb eher komplementär als direkte Eins-zu-eins-Ersatzprodukte.
Rohsignal oder begründete Vertriebsentscheidung
Ein Website-Besuch ist ein Indiz, aber noch keine fertige Qualifikation. Ein Unternehmen kann aus Recherche, Jobsuche, Lieferantenprüfung oder zufälligem Traffic auf einer Seite landen. Ebenso kann ein hochrelevanter Zielaccount noch keinen Besuch ausgelöst haben.
Leadbase verbindet mehrere Kriterien zu einer begründeten Entscheidung:
- Passt das Geschäftsmodell zum Angebot?
- Erfüllt das Unternehmen Mindestgröße und Standortanforderungen?
- Gibt es einen aktuellen Anlass für die Ansprache?
- Ist die gesuchte Funktion im Unternehmen vorhanden?
- Existiert ein erreichbarer Entscheider?
Die Stärke liegt nicht in einem einzelnen Score, sondern darin, dass jede Annahme als prüfbare Information sichtbar bleibt. Ein Vertriebsteam kann nachvollziehen, warum ein Account in die Liste aufgenommen oder ausgeschlossen wurde.
AI-Suche und Filter bei Leadfeeder
Leadfeeder dokumentiert AI-gestützte Such- und Filterfunktionen. Natürlichsprachliche Eingaben werden in unterstützte Felder und Filter übertragen. Zusätzlich stehen firmografische Daten, Technologien, Ereignisse, Stellen und weitere Signale zur Verfügung.
Eine faire Einordnung darf daher nicht behaupten, Leadfeeder sei nur ein statischer Website-Tracker. Der Unterschied liegt in der Offenheit des Schemas: Leadbases Research-Spalten können auf kundeneigene Fragen zugeschnitten werden, auch wenn dafür kein fertiges Produktfeld existiert.
Das ist relevant, wenn Käufer nicht nach „Branche = Maschinenbau“ suchen, sondern beispielsweise nach „Hersteller mit eigener Inbetriebnahme beim Kunden, mehreren Servicetechnikern und aktueller Internationalisierung“.
Signale: vordefiniert oder individuell
Leadfeeder liefert mit Website-Besuchen ein unmittelbar beobachtbares First-party-nahes Signal. In der erweiterten Produktsuite kommen weitere Unternehmenssignale hinzu, etwa Jobs, Nachrichten oder Änderungen.
Leadbase macht die Definition des Signals flexibler. Ein Team kann festlegen, welche Veränderung für seinen Vertrieb zählt:
- neue Niederlassung,
- Führungswechsel,
- bestimmte offene Rolle,
- Produktlaunch,
- neue Zertifizierung,
- veränderte Bewertungslage,
- neue Werbekampagne,
- kundenspezifische Kombination mehrerer Merkmale.
Diese Recherche kann wiederholt werden. Dadurch wird aus einer einmaligen Zielliste ein beobachteter Markt.
Datenschutz bei Website-Identifikation
Website-Identifikation verarbeitet technische und verhaltensbezogene Daten. Leadfeeder dokumentiert dafür einen Tracker, IP-Verarbeitung, optionale Cookies, Auftragsverarbeitung sowie Konfigurationsmöglichkeiten wie IP-Anonymisierung. Das Unternehmen stellt außerdem Textbausteine für Datenschutzhinweise bereit.
Die konkrete rechtliche Bewertung bleibt beim Website-Betreiber. Er muss insbesondere Zweck, Rechtsgrundlage, Transparenz, Speicherdauer, Widerspruchsmöglichkeiten und die eingesetzte Tracker-Konfiguration prüfen. Ein B2B-Fokus hebt diese Pflichten nicht auf.
Bei B2B-Kontaktdaten in Leadbase entstehen andere, ebenfalls relevante Prüfpflichten. Hier stehen Datenherkunft, Betroffenenrechte, Rechtsgrundlage der Ansprache, Kanalwahl und Datenminimierung im Vordergrund. In beiden Fällen sollte Compliance nicht als pauschales Anbietersiegel verstanden werden, sondern als dokumentierter Prozess plus verantwortliche Nutzung.
Preise und Kostenlogik
Leadfeeder bietet für die Website-Identifikation einen kostenlosen Tarif und einen kostenpflichtigen Tarif ab einem öffentlich ausgewiesenen Einstiegspreis. Die Abrechnung skaliert nach der Zahl identifizierter Unternehmen; der kostenpflichtige Plan enthält unbegrenzte Nutzer und eine längere Datenspeicherung. Die aktuelle Preisseite nennt außerdem eine 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte.
Für Käufer ist wichtig, zwischen Produktbereichen zu unterscheiden. Der Preis für reine Website-Identifikation ist nicht automatisch der Preis einer umfassenderen Sales-Intelligence- oder Aktivierungs-Suite. Ebenso sind identifizierte Website-Unternehmen nicht mit exportierten, vollständig angereicherten Kontakten gleichzusetzen.
Leadbase sollte wirtschaftlich anhand eines anderen Outputs bewertet werden:
- relevante Zielunternehmen im gesamten Markt,
- bestätigte Eignung anhand eigener Kriterien,
- richtige Ansprechpartner,
- erreichbare Kontaktdaten,
- Aufwand bis zur CRM-nutzbaren Liste.
Ein fairer Vergleich berechnet daher nicht nur Monatsgebühren, sondern Kosten pro qualifiziertem, erreichbarem Account.
Wann Leadfeeder die bessere Wahl ist
Leadfeeder passt besonders gut, wenn:
- Website-Traffic eine zentrale Quelle für Vertriebspipeline ist,
- bekannte Zielaccounts auf der Website beobachtet werden sollen,
- Marketing- und Vertriebsaktivitäten über Seitenbesuche priorisiert werden,
- ein vorhandenes Inbound-Volumen besser genutzt werden soll,
- Website-Verhalten als konkretes Intent-Signal benötigt wird.
Wann Leadbase die stärkere Leadfeeder-Alternative ist
Leadbase passt besonders gut, wenn:
- der relevante Markt proaktiv und vollständig erschlossen werden soll,
- gute Zielaccounts die Website möglicherweise noch nicht kennen,
- der ICP nicht durch Standardfelder allein abbildbar ist,
- eigene Recherchekriterien über Annahme und Ausschluss entscheiden,
- aktuelle Marktsignale unabhängig vom Website-Besuch beobachtet werden sollen,
- eine qualifizierte Liste mit Entscheidern in das bestehende CRM übergeben werden soll.
Sinnvoller Parallelbetrieb
In vielen Fällen ist die beste Architektur keine harte Ablösung:
- Leadbase erstellt und qualifiziert die Zielaccount-Liste.
- Die Accounts werden in CRM und Marketing-Automation übernommen.
- Leadfeeder erkennt, welche dieser Firmen die Website besuchen.
- Website-Aktivität erhöht Priorität oder löst eine Aufgabe aus.
- Leadbase ergänzt bei Bedarf aktuelle Kriterien und Entscheider.
So verbindet ein Team proaktive Marktabdeckung mit beobachtetem Inbound-Intent. Wer nur eines der beiden Probleme hat, kann dagegen gezielt das passendere Werkzeug wählen.
Pilotmethodik
Ein belastbarer Test sollte zwei Gruppen enthalten:
- Unternehmen, die die Website im Testzeitraum besuchen,
- ein unabhängig definierter Zielmarkt, der noch keinen Website-Besuch ausgelöst hat.
Gemessen werden:
- Zahl korrekt identifizierter Besucherunternehmen,
- Relevanz der identifizierten Accounts,
- zusätzliche relevante Accounts außerhalb des Website-Traffics,
- aktuelle Kaufsignale,
- verfügbare Entscheider und Kontaktdaten,
- Kosten und interne Bearbeitungszeit.
Damit wird sichtbar, ob das eigentliche Engpassproblem Inbound-Intent, Markt-Discovery oder beides ist.
Fazit
Leadfeeder ist ein spezialisiertes und nützliches Werkzeug für Website-Intent. Unternehmen mit relevantem Traffic können damit verborgene Account-Aktivität sichtbar machen und Vertrieb sowie Marketing besser priorisieren.
Leadbase ist die überzeugendere Alternative, wenn der Markt nicht auf bestehende Website-Besucher begrenzt werden darf. Semantische Suche, frei definierbare Recherche, qualifizierte Accounts und Entscheider-Anreicherung schaffen einen proaktiven Vertriebsprozess. Für DACH-Teams, die neue Marktsegmente erschließen wollen, ist das meist der größere Hebel.
Häufige Fragen
Ist Leadbase ein direkter Ersatz für Leadfeeder?
Für proaktive Marktrecherche und Ziellisten ja, für die Identifikation konkreter Website-Besuche nicht vollständig. Beide Produkte können sinnvoll kombiniert werden.
Identifiziert Leadfeeder einzelne Personen?
Der Kern des Produkts ist die Identifikation von Unternehmen hinter Website-Besuchen. Bestimmte identifizierte Nutzer können über vorhandene Login- oder E-Mail-Informationen eingebunden werden; das ist von der anonymen Unternehmenszuordnung zu unterscheiden.
Welche Lösung ist besser für Outbound?
Leadbase ist strukturell stärker für proaktiven Outbound, weil die Suche nicht von vorherigem Website-Traffic abhängt. Leadfeeder ist stärker, wenn Website-Intent die Priorisierung vorhandener Accounts steuern soll.
Ist Website-Identifikation DSGVO-konform?
Leadfeeder dokumentiert Datenschutzmaßnahmen und Konfigurationsoptionen. Der Betreiber muss den konkreten Einsatz, die Rechtsgrundlage und seine Informationspflichten dennoch selbst bewerten.
Weitere Vergleiche
Der B2B-Datenanbieter-Vergleich zeigt, warum Website-Intent, Kontakt-Lookup, Outbound-Suite und proaktive Markt-Discovery getrennte Kaufjobs sind. Wer den Schwerpunkt auf aktive Zielkundenrecherche statt auf Website-Besuche legt, findet im Apollo.io-Vergleich eine zusätzliche Einordnung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Leadfeeder Website Visitors Pricing
- Leadfeeder Traffic Rules
- Leadfeeder Identified Visitors
- Leadfeeder Datenschutzhinweise
- Dealfront Privacy Center
- Leadbase
- Leadbase Datenschutzrichtlinie
- Stand der redaktionellen Prüfung: 4. August 2026
Häufige Fragen zum Thema
Antworten auf Suchfragen, die Leser rund um den Inhalt dieses Beitrags häufig stellen.
Ist Leadbase ein direkter Ersatz für Leadfeeder?
Identifiziert Leadfeeder einzelne Personen?
Welche Lösung ist besser für Outbound?
Stand: 1. August 2026


